25. Juni 2020

Start der bet-at-home Basketball Superliga ab Oktober gesichert!

Thomas Linzer sprach mit Sportminister Werner Kogler

Endlich kommt Bewegung in den Sport! Nach der vor einer Woche von UNGER STEEL Gunners Präsident Thomas Linzer geäußerten offenen Kritik an bislang fehlenden COVID-Hilfsmaßnahmen seitens der Bundesregierung für Österreichs Sportvereine, stehen jetzt endlich konkrete Maßnahmen bevor:

Ab Juli ist der Kontaktsport sowohl „outdoor“ als auch „indoor“ wieder uneingeschränkt möglich. Damit kann auch der Basketballsport wieder mit vollem Kontakt und ohne Abstandsregeln ausgeübt werden. Eine Trainingsdokumentation mit Teilnehmerlisten soll im Falle einer COVID-Infektion einer Person aus der Trainingsgruppe ein sofortiges „Tracking“ (Rückverfolgung der Infektionskette) gewährleisten. Zusätzlich gilt als gesichert, dass auch „indoor“-Veranstaltungen, kurzum Bundesligaspiele in den Hallen ab September MIT Publikum wieder möglich sind. Ob es dabei Begrenzungen der Besucherkapazität bzw. Sicherheitsmaßnahmen (z.B.: zugewiesene Sitzplätze mit Abstand) geben wird, soll demnächst in einer gesetzlichen Verordnung veröffentlicht werden.



Foto: Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONISAuch die bereits mehrfach urgierte finanzielle Hilfe für Sportvereine soll in Kürze fließen. Der vom Nationalrat bereits beschlossene „NPO-Fonds“ mit einer Dotation vom 700 Mio. Euro ist laut Auskunft von Vizekanzler Kogler startbereit und kann in den nächsten Tagen quasi „auf Knopfdruck“ anlaufen. Die aus diesem Fonds dem Sport letztlich zugewiesenen Hilfsmittel sollen in erster Linie für den Amateursport bzw. für gemeinnützige Sportvereine verwendet werden.

Erfreulich ist, dass laut Auskunft von Sportminister Werner Kogler jetzt auch eine zusätzliche, eigene Dotation zur Soforthilfe bzw. Schadensabgeltung der Vereine aus den diversen Bundesligen (also auch für die Vereine der bet-at-home Basketball Superliga) als Folge des „lock downs“ seit Mitte März bereitgestellt wird. Die genaue Höhe dieser Dotation wird aktuell ermittelt und verhandelt, orientiert sich aber an den von den Bundesligavereinen bereits ermittelten Schadensmeldungen.



Wir haben dazu unserem Präsidenten Thomas Linzer ein paar Fragen gestellt:



Thomas, hast Du nach Deiner doch sehr klaren Kritik an Sportminister Werner Kogler damit gerechnet, dass es so rasch zu einem persönlichen Gespräch kommen wird?

Nein, nicht wirklich. Bei aller Kritik ist mir klar, dass Regierungsmitglieder derzeit alle Hände voll zu tun haben. Da wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn ein Minister die Kritik eines einzelnen Sportfunktionärs einfach übergeht oder allein schon aus Zeitmangel nicht näher darauf eingegangen wäre, auch wenn meine Beanstandungen berechtigt sind. Die Einladung zum persönlichen Gespräch kam vorige Woche unmittelbar nach der Pressekonferenz. Eine souveräne Geste, die Wertschätzung verdient und zeigt, dass dem Minister der Ernst der Lage bewusst ist und er die Nöte der Sportfunktionäre im direkten Dialog hören will.



Worum ging es im Gespräch?

Minister Kogler hat eingangs die von der Regierung gestern verkündeten erfreulichen Lockerungen betreffend Ausübung aller Kontaktsportarten und Veranstaltungen mit Publikum dargestellt. Demzufolge können wir ab Juli den uneingeschränkten Trainingsbetrieb mit vollem Körperkontakt wieder aufnehmen und endlich wieder Basketball spielen. Außerdem bringen die Lockerungen zum Ausdruck, dass ab September auch wieder ein herkömmlicher Spielbetrieb in den Sporthallen mit Publikum möglich ist. Außerdem war Herrn Minister Kogler wichtig, dass er eine tiefergehende Darstellung aus Sicht eines Sportvereines bekommt, der im Hinblick auf Struktur und wirtschaftliche Größe einen repräsentativen Querschnitt des semiprofessionellen Sports in Österreich zeichnet.



Der Start der bet-at-home Basketball Superliga ab Oktober ist also gesichert?

Aus heutiger Sicht ja! Gott sei Dank! Allerdings haben wir durch COVID alle gelernt, dass man bei Ankündigungen der Regierung genau hinhören muss. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Entwicklung von COVID-Infektionen trotz Lockerungen nicht dramatisch zunimmt. Übersetzt heisst das: Wenn der Verlauf an neuen Infektionen weiterhin überschaubar bleibt, dann ist der Start der Meisterschaft ab Oktober gesichert. Sollte es – was ich nicht hoffe – in Österreich regional ähnliche Clusterbildungen geben wie zuletzt in Deutschland, dann wäre nicht auszuschließen, dass der Start der Superliga nach hinten verschoben werden muss oder nötigenfalls während der Meisterschaft vorübergehend unterbrochen bzw. eingeschränkt wird. Dieses Risiko wird es immer geben. Es liegt also an uns allen, an der gesamten Bevölkerung, dass wir mit einer achtsamen Lebensweise Ansteckungen aus oder in unserem persönlichen Umfeld vermeiden und damit letztlich auch sicherstellen können, dass eine Basketball Superliga ordnungsgemäß gespielt werden kann.



Wird es Beschränkungen geben? Wenn ja, welche?

Das werden wir in Kürze sehen wenn die gesetzliche Verordnung zu den gestern verkündeten Lockerungen im Veranstaltungsbereich erscheint. Es ist nicht auszuschließen dass es zu Beginn nur eine eingeschränkte Zulassung an Besuchern gibt, zB in Abhängigkeit vom behördlich genehmigten Fassungsvermögen einer Sportstätte. Andere Maßnahmen wie direkt zugewiesene Sitzplätze mit Abstandsregelegung, kontrollierter Zu- und Abgang an den Eingängen oder die auf Freiwilligkeit basierende Erfassung von Besucherdaten sind möglich. COVID wird Organisation und Ablauf von Superligaspielen - zumindest in nächster Zeit - verändern. Wir sind uns dessen bewusst und werden uns bestmöglich darauf vorbereiten. Wenn Präventivkonzepte gefordert werden, dann werden wir uns da konstruktiv einbringen und Lösungsvorschläge liefern. Im Übrigen sind diese Regelungen nicht Sache des Sportministers, sondern liegen im Verantwortungsbereich des Gesundheitsministeriums.



Aber die finanzielle Hilfe ist Sache des Sportministers, richtig? Wird es jetzt bald Schadensvergütungen für Sportvereine geben?

Nicht ganz! Auch die finanzielle Hilfe hängt nicht allein vom Sportministerium ab. Das Sportministerium muss die Schäden der Vereine und Verbände ermitteln und daraus einen berechtigten Förder- bzw. Hilfsbedarf generieren. Die Richtliniendefinition für Gemeinnützigkeit fällt in die Zuständigkeit des Tourismusministeriums, die Freigabe der finanziellen Mittel erfolgt meines Wissens im Finanzministerium. Es muss daher innerhalb der Regierung zuerst verhandelt und akkordiert werden, ehe eine Fördermaßnahme vom Nationalrat beschlossen wird. In diesem gesamten Prozess gab es Verzögerungen, die ja letztlich auch zu meiner Kritik geführt haben. Ich hoffe sehr, dass die Richtlinien dieses NPO-Fonds die Abwicklung nicht noch mehr verzögern und die Auszahlung der Finanzhilfe jetzt seitens des Finanzministeriums rasch und unbürokratisch erfolgt, wobei laut Minister Kogler der auf den Sport entfallende Anteil des NPO-Fonds den gemeinnützigen Amateursportvereinen zugutekommen soll. Vielen Sportvereinen steht das Wasser allerdings schon bis zum Hals. Mehr als verständlich, dass Funktionäre solcher Vereine null Verständnis für weitere Verzögerungen haben.



Die Gunners sind aber kein Amateursportverein. Wie geht es den Gunners wirtschaftlich und welche Schadensabgeltung können die Gunners erwarten?

Stimmt. Hier hat Minister Kogler eine neue Lösung angekündigt. Der professionelle bzw. semiprofessionelle Bereich der Vereine in den diversen Bundesligen, also auch wir bzw. alle Vereine der bet-at-home Basketball Superliga, bekommen eine eigene Dotation an COVID-Soforthilfe. Die Höhe wird gerade auf Basis der bereits erfolgten Schadensmeldungen ermittelt. Das ist sehr erfreulich, macht Sinn und ist sehr hilfreich. Allerdings gilt auch hier: Wer schnell hilft, hilft doppelt! Ich erwarte mir hier, dass diese neue Dotation so rasch wie möglich auf Schiene ist und noch im Sommer Zahlungen stattfinden. Unsere bescheidene Kapitaldecke ist nahezu aufgebraucht, wir sind mitten in der Budget- und Personalplanung für die neue Saison und müssen Sicherheit haben, dass unsere finanziellen Schäden seit dem lock down vor mehr als drei Monaten demnächst abgegolten werden. Wir werden diese COVID-Krise überleben, das steht fest. Aber der internationale Spieler-Transfermarkt ist bereits aktiv und wir müssen unsere Kader- bzw. Personalplanung vorantreiben. Dazu braucht es jetzt unverzüglich fixe Zusagen an finanzieller Hilfe samt Zeitachse der Umsetzung. Absichtserklärungen sind zu wenig.



Damit wäre der sofort eingetretene Schaden gedeckt. Was ist mit einem möglichen Ausfall an Sponsormittel in den nächsten Jahren?

Stimmt. Die sofortige Schadensabgeltung betrifft in erster Linie den durch den lock down ab Mitte März bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 30.06. eingetretenen Sofortschaden. Ich habe schon das Gefühl, dass das dem Sportminister auch bewusst ist. Zugleich haben wir darüber gesprochen, dass der Sport in Österreich in den nächsten 1-2 Spieljahren als Folge der Wirtschaftskrise mit erheblich rückläufigen Sponsormitteln rechnen muss und dadurch auch einen nachhaltigen Folgeschaden erleiden wird. Wenn es dafür keinen Ausgleich bzw. keine finanzielle Abgeltung aus öffentlichen Mitteln gibt, werden alle Sportarten bzw. Bundesligen, die ohne Millionenbudgets agieren massiv leiden, sportlich stagnieren bzw. sich teilweise sogar in den Amateurbereich rückentwickeln.  Das wäre eine fatale Folge, verbunden mit dem Verlust einiger hundert Arbeitsplätze quer über viele Sportarten! Ich bin froh und dankbar, dass wir das Thema des nachhaltigen Schadens im Gespräch übereinstimmend diskutieren konnten. Ich hoffe sehr, dass es BM Kogler gelingt, diesen Punkt auch dem Finanzminister bewusst zu machen und es hier schon demnächst zu einer weiteren Hilfsmaßnahme für den Zeitraum 2020-2022 kommt.



Also zusammengefasst: Helles Licht am Ende des COVID-Tunnels für die Gunners?

Ja. Wir werden die COVID-Krise überleben und wir können unseren Gunners-Sponsorpartnern jetzt in den laufenden Gesprächen klar sagen, dass die neue Meisterschaft 2020/21 im Oktober im gleichen Modus wie zuletzt starten wird! Ich danke Sportminister Werner Kogler für das konstruktive Gespräch und vertraue darauf, dass Herr Kogler jetzt auch innerhalb der Regierung bei allen MinisterInnen, die bei der Umsetzung der Finanzhilfe für den Sport eine Rolle spielen Druck macht, damit endlich Geld bei den Sportvereinen Österreichs ankommt.

 

Foto: Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS