28. Oktober 2019

#MED: Teamarzt Dr. Martin Reschl, MSc

#Wir sind Oberwart – Folge 4: Ein weiterer „echter Oberwarter“ auf der Betreuerbank

Hallo Martin, vielen Dank für die Gelegenheit dich heute in Wien für dieses Interview zu treffen! Lass uns gleich loslegen, erzähl uns doch bitte ein wenig über dich als Privatperson. Mit wem haben wir es da an der Spitze unserer medizinischen Abteilung zu tun?

FotoIch bin 33 Jahre und in Oberwart geboren und aufgewachsen. Während meiner Schulzeit im BRG Oberschützen, war ich schon immer sehr leidenschaftlich in den Basketballsport involviert. Die regionalen Legenden wie Horstl, Johannes Schober, Stefan Ulreich und auch Zwiebler sowie die Ochsenhofers gehörten damals schon zu meinem engeren sportlichen Freundeskreis. Erst kürzlich sind wir auf ein Bild aus damaligen Zeiten gestoßen, wo wir gemeinsam in der U10 der Gunners auf Erfolgskurs unterwegs waren. Nach meiner Schulzeit führte mich mein Weg zum „medizinischen Start“ nach Wien, wo ich auch mein Studium absolvierte. Und ja, zur Privatperson Martin Reschl: Sport und gesunde Ernährung spielen auch privat eine essentielle Rolle. Ich bin überzeugt davon, dass beides erheblich zu mehr Vitalität und Leistungsfähigkeit im Alltag beiträgt, das merk ich auch immer wieder bei mir selbst. Abseits der sportlichen Aktivitäten lese ich sehr viel – einerseits Fachliteratur, da mir Weiterbildung sehr wichtig ist, andererseits aber auch Motivationsliteratur und Erfolgsgeschichten von Persönlichkeiten. Auch wenn ich momentan meinen Lebensmittelpunkt in Wien habe, bin ich mit dem Südburgenland nach wie vor sehr verwurzelt und genieße die Freizeit im Hügelland in höchstem Maße.

Sehr cool! Ein weiterer „echter Oberwarter“ also, der den Weg zum Verein wiedergefunden hat! Sag uns doch ein paar Worte über dich als Mediziner. Worauf hast du dich spezialisiert? In welchem Krankenhaus bist du derzeit tätig?

Mein Schwerpunkt liegt in der Orthopädischen Chirurgie und Sportorthopädie. Zu meinen Spezialgebieten zählen das Kniegelenk, das Schultergelenk und Hüftgelenk. Meine Unfallchirurgische Ausbildung absolvierte ich an der Universitätsklinik am AKH Wien und seit nunmehr 2 Jahren bin an der Orthopädie und Traumatologie im KH Mödling/Baden tägig. Ab Mitte nächsten Jahres wird es Privatordinationen im Burgenland und in Wien geben. Weitere Angebote, die ich im Zuge meiner Selbstständigkeit offerieren möchte, sind Ernährung, Bewegung und Prävention. Dahingehend habe ich vor drei Jahren auch eine Gesundheitsplattform gegründet, die sich healthdoctors nennt. (Anm. d. Red.: dazu später noch mehr!)

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Wir haben nun schon einige meiner Fragen bereits im Vorbeigehen mit behandelt. Den Sportbezug und den Bezug zum Basketball haben wir gleich zu Anfang besprochen. Aber vielleicht noch die konkrete Frage wie es nun zu dem Engagement bei den UNGER STEEL Gunners gekommen ist?

Wie schon eingangs erwähnt, gibt es einen sehr starken Bezug zum Sport. In meiner Jugend investierte ich auch einige Zeit und Leidenschaft in den Fußball, weshalb ich momentan auch als ÖFB Teamarzt der U17 Mannschaft fungiere. Es ist mir wichtig meine Erfahrung und mein Know-How in den Sport einzubringen und den Spielern zu helfen, leistungsstark und gesund „am Feld“ zu stehen. Was die Zusammenarbeit mit den Gunners betrifft, so gab es letztes Jahr schon Gespräche in Bezug eines verletzten Spielers. Diese konnten heuer wieder aufgegriffen, weitergeführt und die Rahmenbedingungen der Kooperation fixiert werden.

Du bist nun ja auch schon ein paar Mal live dabei gewesen, das Thema Gunners Basketball ist dir an sich nicht mehr neu, aber wie ist das jetzt für dich wirklich wieder aktiver Teil des Gunners-Teams zu sein?

Es fühlt sich sehr gut an! Ich spüre die positive Energie innerhalb der Mannschaft und es macht richtig Spaß, die Jungs zu begleiten! Auch wenn ich nicht bei jedem Match dabei sein kann, versuche ich meine Termine im Burgenland und Wien so zu arrangieren, dass ich zumindest einmal pro Monat bei einem Spiel anwesend bin. Da ich seit nunmehr zwei Jahren an manchen Wochenenden auch an der Fachhochschule in Pinkafeld angehende Physiotherapeuten und diplomierte Krankenpfleger unterrichte, lässt sich das oft sehr gut verbinden. Grundsätzlich aber beginnt und endet die Arbeit aus medizinischer Sicht ja nicht am Feld. Wir sind, was die Gesundheit, den Lifestyle, die Ernährung, die präventiven Maßnahmen und die Weiterentwicklung des Teams betrifft, in laufendem Kontakt. Für mich ist es sehr wichtig, dass die Spieler eine kontinuierliche Betreuung und Beratung bekommen. Johannes Schober und Ich kennen uns schon aus der Schulzeit und verstanden uns damals schon sehr gut, das macht die Kommunikation in der jetzigen Konstellation natürlich um einiges einfacher.

Das führt mich gleich zu meiner nächsten Frage. Jetzt bist du letztes Jahr schon in eine Verletzungsserie dazu gestoßen und nun haben wir gleich wieder einen von schweren Verletzungen geprägten „Seuchenstart“ in die neue Saison. Da hast du ja nun gleich eine richtige Aufgabe bekommen oder ist hier mehr das Betreuerteam gefordert?

Grundsätzlich spielt der Beitrag des gesamten Betreuerteams in solchen Situationen eine zentrale Rolle. Nur wenn alle Komponenten zusammenlaufen, kann eine bestmögliche Regeneration eines Teammitglieds garantiert werden. Im Idealfall wird ein Spieler nach einer Verletzung so schnell als möglich zu mir zur Untersuchung gebracht. Es ist dann meine Aufgabe in kürzester Zeit eine Diagnose festzuhalten. Danach wird gemäß der Verletzung eine geeignete Therapieform gewählt. Manchmal kann diese auf konservativer Ebene eingeleitet werden, d.h. Physiotherapie oder medikamentöse Behandlung. In einigen Fällen ist aber eine Operation von Nöten. Wenn erstes der Fall, erarbeite ich gemeinsam mit Joschi und Janos einen auf den Spieler individuell angepassten Therapieplan. Die Kollegen garantieren hier eine fortlaufende Umsetzung und tragen so erheblich zu einer positiven und schnellen Regeneration bei. Auch wenn der medical staff in laufender Abstimmung und Kommunikation ist, sehe ich in solchen Fällen den Spieler zur Kontrolle alle zwei Wochen. Eine Vertrauensbasis zwischen den Spielern und mir ist hierbei das höchste Gut.

Okay, kommen wir zum Thema healthdoctors. Ich habe auf deiner Homepage www.healthdoctors.at gesehen, dass du dich da sehr viel mit dem Thema Ernährung, Präventivansatz und ähnlichen Themen beschäftigst. Bist du allein die healthdoctors oder wie können wir uns das vorstellen?

FotoDie Plattform healthdoctors habe ich vor zwei Jahren ins Leben gerufen und dazu auch Dominique, eine Ernährungswissenschaftlerin, ins Boot geholt. Nebst der Tatsache, dass ich mich immer schon mit Bewegung und Ernährung beschäftigte, kam der Impuls für diese Gesundheitsplattform bei einem Kennenlernen zweier ehemaliger Profi-Golfer. Die beiden beschäftigten sich bereits vor Jahren in Amerika mit den Themen Nahrungsergänzung, Prävention, gesunder Lifestyle und Vitaminstatusbestimmung. Letztes in diesem Sortiment wird nicht invasiv durchgeführt und gibt Information darüber, ob der Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird. Die wissenschaftliche Scan-Methode hat bereits in den 30er Jahren den Nobelpreis gewonnen. Das alles und die Leidenschaft zu diesen Themen, trieben meine Evaluierungen und Unternehmungen voran. Den sogenannten Scan gab es zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht in Österreich. Zwei Jahre nach Kick-Off der healthdoctors kann ich sagen: es war definitiv die richtige Entscheidung! Ernährung und gesunde Lebensweise gewinnen zunehmend an Bedeutung und die Menschen suchen nach Informationen und Anleitungen. Besonders ist, dass wir keine Diäten oder einfache Trainingsprogramme zusammenstellen, sondern individuell auf jeden Patienten abgestimmt, ein ganzheitliches Programm entwickeln, dass die Komponenten Ernährung, Bewegung und Mindset beinhaltet. Das ist es auch, was uns so erfolgreich macht! Mit der Eröffnung meiner Privatordinationen, wo es um das Kernthema Bewegungsapparat geht, werde ich die healthdoctors dann in mein daily business integrieren. Wir konnten in den letzten Jahren einige Erfolgsgeschichten bei Patienten verzeichnen und ich bin überzeugt davon, diese weiter ausbauen zu können.

Martin, nochmals vielen Dank für deine Zeit! Das Gespräch war sehr aufschlussreich und hat sehr viel Spaß gemacht! Die Serie #Wir sind Oberwart ist ja wie gemacht für dich und deine Geschichte in Hinblick auf die Gunners-Familie! Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und viel Spaß im Gunners-Team!

Natürlich haben wir auch mit unserem Teamarzt zum Abschluss das lustige Wordrap Spiel gespielt.
Martin´s  Antworten findet ihr nachstehend:

Lieblingsbasketballverein: Oberwart Gunners
Lieblingsmusik: keine bestimmte 
Lieblingsessen: Smoothie
Hobbies: Sport und Fitness