26. Januar 2013

Keine Überraschung: Wien im Finale

Aufholjagd der Redwell-Gunners blieb unbelohnt

Redwell-Gunners Oberwart BC Zepter Vienna 73:77 (51:61, 27:42, 17:22)
Werfer Redwell-Gunners: Boxley 22, Chaney 21, Hinson 9, Artner 6, Johnson 6, Ochsenhofer 5, Gant 4
Werfer Vienna: Stazic 20, Rakocevic 16, Boylan 13, Ray 11, Trmal 6, Pearson 5, Danek 4, Francois 2

Knapp hat es nicht gereicht! Schade! Es war eine tolle Aufholjagd nach einem klaren Rückstand im 2. Viertel. Die 1.800 Zuseher in der Sporthalle Oberwart waren begeistert. Letztlich hat Wien die Qualitäten bestätigt, die bisher auch für die Tabellenführung verantwortlich waren. ABER: Die Redwell-Gunners können mit den Top-Teams mitspielen - eine klare Kampfansage für den Rest der Meisterschaft!

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Spielverlauf:

Bei den Gästen wärmt der angeschlagene Ian Boylan auf, beginnt die Begegnung aber auf der Bank, statt ihm startet Jean Francois gemeinsam mit Benedikt Danek, Shawn Ray, Jean Francois und Zarko Rakocevic. Die Final-Four-Gastgeber stellen dem Darnell Hinson, Hannes Ochsenhofer, Richard Chaney, Seamus Boxley und Jason Johnson entgegen. In der dritten Minute verletzt sich Francois und sorgt damit für den frühen Einsatz von Boylan – zu dem Zeitpunkt liegt der BC schon 7:0 voran. Beim Stand von 3:13 (5.) verlangt Gunners-Coach Tom Johnson die erste Auszeit. Danach läuft es besser für Oberwart, bis zum ersten Wiener Timeout (6., 9:13). Das tut wiederum dem BC tut, der auf 19:11 stellt (8.). Es folgen sechs Gunners-Punkte und ein Boylan-Buzzer-Beater zum Viertelstand von 17:22. Zum Start des zweiten Viertels greift mit Darnell Gant auch auf Seiten der Gunners ein zuletzt verletzter Spieler ins Geschehen ein. Der sieht zunächst, wie seine Mannschaft näher kommt (22:24, 11.), ehe ein 9:0-Run des BC zur nächsten Oberwarter Auszeit in der 16. Minute führt. Das ist dieses Mal kein Wundermittel, Wien setzt seinen (14:0-)Lauf danach noch bis zum 22:38 (18.) fort. Den letzten Punkt dabei macht übrigens Neuerwerbung Maurice Pearson, der in der 17. Minute seine Vienna-Premiere feiert. Nach einem Punkt für Oberwart erhöht der BC bis auf 42:23 (19.), ehe die Hausherren in der Schlussminute von Halbzeit 1 noch für etwas Schadensbegrenzung sorgen: 27:42. Was machte den Unterschied in den ersten 20. Minuten aus? Wohl die Wurfquote: Beim BC fanden 18 von 35 Würfen ihr Ziel, bei den Gunners nur 9 von 28.

Am Beginn des dritten Viertels kommt kurz Hoffnung bei Oberwart auf, als sie mit zwei Körben auf 31:44 verkürzen können, danach nimmt aber Wien wieder das Heft in die Hand und stellt bis zur 25. Minute auf Plus 20 (35:55). Dann stellt Tom Johnson sein Team auf Zone-Defense um, dagegen wissen die Spieler des BC minutenlang kein Mittel und die Gunners kommen langsam aber sicher heran. 9 Punkte in Serie machen sie bis zum 44:55 (28.). Kurz wird der Rückstand sogar einstellig, nach einem Boxley-Buzzer-Beater geht es mit 51:61 in den Schlussabschnitt. Da legt Darnell Hinson gleich zum 54:61 nach und der BC schwächelt weiterhin in der Offensive – jetzt allerdings auch gegen Mannverteidigung. In der 34. Minute verkürzt Hinson mit einem Rückwärts-Lay-Up, das wohl das Zeug zum Korb des Jahres hat, auf 59:64 und Hannes Artner beim nächsten Angriff per Dreier auf 62:64. Die Halle ist jetzt ein Tollhaus, was die Gäste aber zunächst mehr motiviert als die Heimischen: Sie stellen auf 62:68 (36.), ehe Oberwart wieder zurückschlägt: In der 39. Minute sorgt Seamus Boxley für die erste Gunners-Führung im Spiel überhaupt (69:68), Stjepan Stazic antwortet per Dreier. In der Schlussminute schaut ein Dreier von Hannes Artner schon in den Korb hinein, ehe er es sich noch einmal überlegt: Rebound BC, Freiwürfe Stazic: 69:73 mit exakt 27,5 Sekunden auf der Uhr. Jason Johnson macht es ihm auf der anderen Seite nach, dann schickt Hinson mit seinem fünften Foul Benedikt Danek an die Linie: Auch er behält die Nerven: 71:75 (15,8 Sekunden). Das Freiwurfspielchen geht noch zweimal weiter: Chaney auf der einen und Stazic auf der anderen Seite stellen auf 73:77, dann verliert Oberwart drei Sekunden vor dem Spielende den Ball. Das war’s der BC Zepter Vienna gewinnt das erste Final-Four-Spiel seiner Cupgeschichte und steht im Finale, auch die Redwell Gunners Oberwart können hingegen den Heimfluch nicht vertreiben.
Stimmen zum Spiel:
Tom Johnson, Headcoach der Gunners: „Der Unterschied war die individuelle Überlegenheit der Wiener Spieler. Es war ein großartiges Comeback nach einem großen Rückstand. Deshalb hätte sich das Team den Sieg verdient, deshalb ist die Enttäuschung groß.“
Stjepan Stazic, Kapitän des BC: „Es war wie erwartet ein sehr schweres Spiel und ich bin verdammt Stolz auf meine Jungs. Seit mehr als 25. Jahren war keine Wiener Mannschaft mehr in einem Finale, wir haben schon mehr erreicht als notwendig und gehen ohne Druck ins morgige Spiel.“

Quelle: http://www.basketballliga.at/